Deine Frage, eine Antwort (Sterne als Punkte fotografieren)

Sterne als Punkte fotografieren - Auf dem Bild sieht man die Milchstraße, fotografiert auf einem Feld zwischen Haltern am See und Dülmen in NRW

Einiges ist zu beachten, wenn man in der Nacht korrekt Sterne als Punkte fotografieren möchte. Die Gefahr, das Striche statt Punkte ablichtet werden, die besteht. Aber wie kommt es dazu und wie kann man dieses ausschließen?

Wir müssen dabei etwas „universumaler“ denken und feststellen, irgendwie zieht am Himmel alles wie bei einem Film vorbei. Sonne, Mond und Sterne scheinen sich von links nach rechts zu bewegen. Auch wenn sie sich vielleicht nur sehr langsam bewegen, relativ dort starr stehen, ist es die Erdrotation, die diese Täuschung verursacht. Da sich die Erde dreht muss dieses auch bei der Fotografie von Sternen und anderen Himmelskörpern mit berücksichtigt werden, sonst entstehen bei zu lang belichteten Fotos schnell Bewegungsunschärfe, also Striche entstehen.

Deswegen darf man eine bestimmte Belichtungsdauer nicht überschreiten. Diese ist abhängig von einigen Faktoren, der größte Faktor ist jedoch die gewählte Brennweite des Objektivs. Hierbei gilt generell die Regel, je weitwinkliger das Objektiv ist (kleine mm-Angaben), desto länger darf für ein spurenloses Sternenfoto belichtet werden. Dieses wird auch sehr gerne bei der Milchstraßenfotografie eingesetzt, da es durch die längere Belichtungsdauer auch mehr Licht einfangen kann.

Nach der 500er-Regel wird ein Wert ermittelt, dieser die Höchstbelichtungsdauer bei einer bestimmten Brennweite darstellt. Innerhalb dieser Dauer werden Sterne auch noch wie Punkte dargestellt, Sternspuren werden erst beim Überschreiten des Werts abgebildet. Zur Ermittlung des Wertes werden die 500 durch die Brennweite dividiert. Das heißt, dass eine Belichtungsdauer von bis zu 31 Sek. bei 16mm, 10 Sek. bei 50mm, 3,7 Sek. bei 135mm und 0,8 Sek. bei 600mm möglich ist. Das wären die Werte für Vollformatkameras. Bei einer Crop-Kamera (MFT, APS-C) muss die Brennweite zuvor mit dem Cropfaktor multipliziert werden. Das sind oftmals 1,5-1,6 bei APS-C und 2 bei MFT (Micro-Four-Thirds).

Ganz exakt sind diese Werte dennoch nicht, denn irgendwann wurde bemerkt, dass nicht nur die Brennweite wichtig für die Ermittlung der Belichtungsdauer ist, sondern auch der Sensor der Kamera (z.B. Pixelanzahl und -dichte) muss mit berücksichtigt werden. Deswegen wurde die alte 500er-Regel in den Keller gestellt und stattdessen die NPF-Regel verwendet. Auch wenn dieses für die Regel zur „Natürlichen-Familienplanung“ steht, geht es hier um die natürliche Fotografie in der Natur. 🙂

Photopills - NPF-Regel und 500er-Regel

Wer den exakten Wert zur max. Belichtungsdauer mit der NPF-Regel errechnen möchte, der kann sich z.B. die App PhotoPills die Option „Sterne als Punkte“ anschauen. Darin kann mit der NPV-Tabelle dieser Wert ermittelt werden, diese auch die Pixelanzahl Deiner Kamera sowie Blendenzahl mit berücksichtigt. Dieser Wert ist definitiv exakter als der Wert von der altbackenden 500er-Regel.

Mit einem passenden Zubehör kann durchaus auch längere Belichtungszeiten erzielt werden, indem man ganz einfach die Erdrotation aushebelt. Gut, die 5,972 Trilliarden Tonnen schwere Erde wird man nicht so einfach aus dem Ruder werfen können, aber wir können die Kamera exakt gegen diese Rotation bewegen, so dass das Himmelsgebilde scheinbar stillsteht. Dieses funktioniert ganz gut mit einem Startrecker, der zwischen Stativ und Kamera montiert wird.

P.S.: Deine Fragen beantworte ich gerne. Mir geht es vor allem um Transparenz und sich gegenseitig zu helfen. Auch Deine Beteiligung kann dieses Vorhaben enorm weiter voranbringen.

Werbung (Hinweis): Dieser Artikel beinhaltet Markennennungen, Affiliate-Links und beschreibt konkrete Produkte. Der Inhalt basiert auf praktischen Einsatz von mir, Meinungsbildung meinerseits, eigene Einschätzungen und Erfahrungen zum beschriebenen Produkt ohne jeglichen Einflussnahme (Inhaltsvorgaben, Gagen, etc.) der Hersteller.

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Erstelt am 16. März 2019 von chriz

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