GoEast 2017 (#6) – Slowakei, Hohe Tatra | #chrizschwarz

GoEast 2017 (#6) – Slowakei, Hohe Tatra

Slowakei - Wasserfall am Berg Hrebienok

Slowakei – Wasserfall am Berg Hrebienok

Ein Bericht von meiner Go EAST 2017-Tour steht noch aus und zwar der aus der Slowakei. Na dann wollen wir mal… Gibt es denn überhaupt etwas Sehenswertes in der Slowakei und lohnt sich ein Besuch?

Ich vermute nur Wenige von Euch kennen den Horrorfilm Hostel der die Gegend rund um die Hauptstadt Bratislava und deren Menschen eher einen tristen und bestialischen Stempel aufdrückt. Von dem Gegenteil wollte ich mich überzeugen lassen und reiste im Anschluss meines Aufenthalts in Warschau über Krakau in der slowakischen Hohen Tatra an. Gleich nach der Einreise habe ich nicht mehr an diesen Stempel gedacht und war von der Gegend fasziniert. Die Slowakei und Polen teilen sich die Hohe Tatra (Wikipedia), die zugleich das kleinste Hochgebirge Europas ist.

Die Hohe Tatra – Erste Einblicke

Die Anreise dauerte doch etwas länger als gedacht. Allein schon der Verkehr durch Krakau hat mich über eine Stunde zurückgeworfen. Auf dem gesamten, polnischen Teil der Strecke hat es auch durchgehend geregnet, was auch zu einer eher nicht glücklichen Fahrt führte. Am Fuße der Hohen Tatra bei Nowy Targ, Polen spielte Petrus mit. Es hörte unerwartet auf zu regnen und die ersten Sonnenstrahlen zerpflückten die geschlossene Wolkendecke. Am späten Nachmittag erreichte ich dann mein Resort, stellte den Wagen sicher in der hauseigenen Tiefgarage ab und bezog mein sehr geräumiges Apartment.




Ich kochte mir Nudeln mit Pesto und plante danach die Aktivitäten der nächsten Tage und packte mein Wander- und Fotoequipment für den nächsten Tag zusammen. Nachts waren die Wolken immer weg und konnte sogar über das helle Poprad die Milchstraße ablichten.

Milchstrasse in der Hohen Tatra über Poprad

Milchstrasse in der Hohen Tatra über Poprad

Starý Smokovec – Hrebienok

Nach einem schnellen Frühstück rief dann erstmalig der Berg. Ich setzte mich in mein Auto und fuhr in das Bergdorf Starý Smokovec. Irgendwie urig und vertraut, eine Mischung aus Schwarzwald- und Zakopane-Baustil. Von dort aus ging es nach Kauf eines Tickets sowie einer Wanderkarte per Zahnradbahn hinauf auf einen kleineren Berg, dem Hrebienok. Oben angekommen stand ich auch Auge in Auge mit einem Braunbären. In der Tat gibt es hier in der Hohen Tatra einige Bären. Aber dieser war nur aus Holz und stand ungefährlich als Statue herum. Ich machte mich von nun an zu Fuß auf nicht ganz trittsicheren Felsstücken auf. In dieser Höhe hatte sich zu dieser Zeit der Nebel sich in dem Berg verfangen. Die Sicht ins Tal war nicht gegeben, der Nebel hatte aber in dieser kargen Nadelwald-Umgebung eine völlig mysteriöse Landschaft geschaffen. Ich kreuzte dabei einige Wasserfälle und machte an diesen selbstverständlich meine Fotostopps. Baute mein Reise-Stativ auf, packte die Kamera rauf, montierte den Fernauslöser, schraubte zur Verdunkelung den Neutraldichtefilter auf das Weitwinkelobjektiv hinauf und es entstanden richtig traumhafte Landschaftsaufnahmen.

Mit der Zahnradbahn zum Hrebienok

Mit der Zahnradbahn zum Hrebienok

Fuchs Du hast die Gans gestohlen…

Rotfuchs am Hrebienok in der Hohen Tatra

Rotfuchs am Hrebienok in der Hohen Tatra

Irgendwann auf der halben Strecke, ich wollte es selbst noch nicht glauben, kam mir ein Tier entgegen. Es kam immer näher und näher. Zunächst nur eine dunkle Silhouette die aus dem Nebel dessen Konturen immer klarer zu erkennen waren. Es war ein Rotfuchs. Ich konnte nicht abschätzen ob dieses Tier durch die fehlende Scheue zum Menschen gefährlich oder eher friedlich gesinnt ist, wann trifft man in freier Wildbahn denn auch schon mal auf einen Fuchs? Mit leichter Panik, dass er evtl. Tollwut haben könnte, hatte ich als Abwehrwaffe mein Stativ in der Hand. Der Fuchs kam zwar bis zu einem Meter an mich ran, war aber dennoch sehr friedvoll. Es war halt ein sehr schlauer Fuchs! 😉 In jedem Fall war es eine neue, sehr intensive Erfahrung für mich.




Sherpas der Hohen Tatra

Nach dem mühseligen Anstieg war auch mein Ziel erreicht, die Hütte Zamkovského Chata. Kurz davor habe ich noch dem Lieferanten der Hütte über einem Schlagbaum geholfen. Die Belieferung der Hütte passiert hier noch nach alter Tradition zu Fuß mit einer Kiepe. Straßen noch Lifte sucht man hier vergebens. Nun betrat ich doch die Zamkovského Chata und stärkte mich mit einer Suppe und einem warmen, kräftigen (türkischen) Kaffee. Dann begann ich mit dem Abstieg und habe dabei irgendwo meinen Sun Sniper Kameragürtel zurückgelassen, denn ich noch sehr lange hinterhergetrauert habe. Hinterhertrauern musste ich auch meinen Trekkingschuhe, die durch den rauen Untergrund nun endgültig den Geist aufgegeben haben. In der Talstation befand sich ein Intersport-Geschäft und konnte einen guten Schnapper machen. Meine neuen Trekkingschuhe sind die Salomon Speedcross 4 GTX, die ich mit einem Preisnachlass von 50% kaufen konnte.

Sherpas der Hohen Tatra

Sherpas der Hohen Tatra

Der Berg ruft

Am Folgetag wollte ich hoch hinaus und informierte mich im Internet nach dem höchst-erreichbaren Punkt in der Hohen Tatra. Es ist der dritthöchste Gipfel Lomnický štít, der 2.632 m über dem Meeresspiegel hinausragt.

Drei Seilbahnen führen zum Gipfel

Drei Seilbahnen führen zum Gipfel

Insgesamt muss man drei Seilbahnen benutzen um den Gipfel zu erreichen und es war demnach richtig teuer und abenteuerlich. An der Ticket-Kasse im Tal erhält man eine Abreisezeit für die am höchst gelegene Seilbahn. Zu einem ist die Personenkapazität in der etwas in die Jahre gekommenen Gondel sehr begrenzt und es fährt in der Tat nur diese Gondel rauf sowie wieder auch runter. Die Wartezeit kann demnach sehr lang sein. Die Einheimischen sagen aber auch, dass man auf der Zwischenstation Skalnaté Pleso in 1786 m Höhe aufgrund der Akklimatisierung verweilen muss, da das Phänomen der Höhenkrankheit bereits ab einer Höhe von 2.000m vorkommen kann. Ich schaute mir den kleinen Bergsee Skalnaté Pleso sowie die Sternwarte und das Restaurant in der Wartezeit an. Dann war es endlich soweit und die Gondel schraubte sich in ca.15 minütiger Fahrt, dicht und respekteinflößend neben der Felswand, zum Gipfel empor. Nach dem Ausstieg erhielten wir eine Karte mit einer Zahl drauf. Das bedeutet dort, wenn die Zahl durch die Lautsprecher durchgesagt wurde, dann hat man sich umgehend zur Gondel für die Rückfahrt zu begeben. Insgesamt war ein  Aufenthalt auf dem Gipfel für 50 Minuten möglich. Die Aussicht war sehr imposant, zwischen Wolken und deren Lücken. Allerdings war es Ende September und auf dem Gipfel lagen einige Zentimeter Schnee bei einer Temperatur von -1° Grad. Die Salomon Speedcross 4 GTX haben wir einen perfekten Halt geboten.

Sehr viel Zeit hatte ich nicht mehr, wenn der Wettlauf zwischen den langen Talfahren und der Parkdauer hat begonnen. In der modernen, mittleren Seilbahn konnte ich mich mit deutschen Touristen unterhalten. Sie kannten diese Gegend recht gut und schwärmten auch von der Niedrigen Tatra. Vielleicht ein neues Ziel für meine weiteren Touren durch Europa. Pünktlich am Auto angekommen entschloss ich das Ziel Štrbské Pleso in mein Navigationssystem einzutippen und fuhr dann einfach los.

Wir fahren zur See

Štrbské Pleso ist Winter- und Kurort zugleich. Der Ort mit dem in der Slowakei bekannten Gletschersee ist zugleich einer der am höchstgelegensten Kurorte Mitteleuropas, der sich auf 1.346 m befindet. Dort habe ich einige Landschaftsaufnahmen fotografiert. Ich habe mir viel Zeit genommen und bin einmal auf dem Rundwanderweg um den See gewandert. Nach Sonnenuntergang suchte ich dann ein gutes Restaurant aus um mein verspätetes Mittagessen nachzuholen und fuhr anschließend zurück ins Resort.

Kurort Štrbské Pleso

Kurort Štrbské Pleso

Kurort Štrbské Pleso

Kurort Štrbské Pleso




Die letzte Stunde hat geschlagen

Am letzten Tag habe ich die Provinzhauptstadt Poprad besucht und mir dort einen schönen Tag gemacht. Der Tag diente als Ausklang der ganzen Tour. Am späten Nachmittag bin ich in das Resort zurückgekehrt und packte meine Sachen wieder für die lange, anstehende Rückfahrt nach Hause zusammen.

Appendix

Die Hohe Tatra könnte vor einem größeren Tourismus-Boom stehen. Sie sind noch nicht ganz so weit wie andere Länder, denn es bestehen noch Barrieren in der Infrastruktur und in der Sprachverständigung in Englisch. Vieles vermischt sich noch z.B. gibt es ein neueres Einkaufszentrum zwischen alten Plattenbauten aus der Sowjet-Zeit. Was positiv hervorsticht ist die Währung in der Slowakei, die nämlich unser bekannter EURO ist.

Insgesamt fand ich die Hohe Tatra sehr interessant. Hier kann man in der Nähe zur Natur und auch preisgünstig Urlaub machen. Absolut kann ich mir eine Rückkehr vorstellen.

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