Schweden 2011

Oje, die Fahrt nach Schweden stand echt schon auf der Kippe. Starke Halsschmerzen und Fieber ließen mich schon das Schlimmste befürchten. Zugedröhnt mit Aspirin, Dolodoberdan, Gripostat und Gelomytrol ging ich dann nach der Sendung Schlag den Star direkt ins Bett.

Ein Wunder der Medizin, die Meds haben geholfen. Den Schlafsand aus den Augen gespühlt und hoch ging es mit 3 Freunden, die den Mut hatten an der stressigen Fahrt teilzunehmen, in der Norden, nach Kiel. Wir konnten es nicht richtig abschätzen, wie lang die Fahrzeit durch die Baustellen geprägte A1 nach Kiel beträgt. Ab 17 Uhr konnten wir einchecken und sind deshalb um 9 Uhr von Dortmund losgefahren. Bereits zum 12. Glockenschlag haben wir laut Navi „das Ziel erreicht“. Abgestellt habe ich mein Auto etwa

Stena Skandinavia

Stena Skandinavia

1,5 Km vom Anleger entfernt. Für 2 volle Tage Parkgeld in den unzähligen Parkhäusern zu zahlen bin ich jedoch viel zu geizig. 🙂 Wir haben unsere verfügbare Zeit in der Fußgängerzone vertrödelt und haben im hohen Norden in einem bayrischen Wirtshaus zu Mittag gegessen. Pappsatt und rechtzeitig haben wir zum Schwedenkai gefunden, wo auch das Boarding der riesigen Fähre „Skandinavia“ der Stena Line-Flotte bereits gestartet war.

Gateway

Gateway

Über einen langen gläsenden Gateway erreichten wir die Fähre. Die Crew begrüßte uns und zeigte uns den Weg zu unseren Kabinen. Es waren 2 2-Bettkabinen direkt

Kieler Förde

Kieler Förde

nebeneinander mit Meerblick. Es war zwar nicht so groß wie ein Hotelzimmer, aber alles was man so braucht. Bett, WC, Dusche, Flat-TV, Telefon, Bullauge und

Kabine

Kabine

WiFi. Das erste Bier gönnten wir uns dann an der Bar und besprachen uns, wie der Tag in Göteborg zu verplanen war. Gegen 19:30 Uhr legte die Fähre vom Schwedenkai ab, fuhr durch die enge Kieler Förde und später zwischen das Achipel von Dänemark. Ich kann es immer noch nicht glauben, dass das Schiff auch kein winziges Mal geschaukelt hat. Das Schlafen ab 0 Uhr ging ganz gut.

Sonnenaufgang auf dem Meer

Sonnenaufgang auf dem Meer

Am nächsten Morgen bin ich gleich zum Sonnenaufgang auf das Sonnendeck gegangen. Eine wahnsinnig coole Kulisse hat mich für das Frühaufstehen belohnt. Zu sehen war das scheinbar endlose Meer unten und oben ein scheinbar endloses Nebelmeer, welches in 5-10 Meter über der Fähre schwebte. Ja, es war sehr beruhigend aber auch irgendwie mysteriös es zu erleben. Die Luft war jedenfalls eiskristall klar und kalt.

Göteborgs Scherrenlandschaft

Göteborgs Scherrenlandschaft

Irgendwann gegen 8:30 Uhr war dann auch schon Schweden in Sicht. Vorbei an unzähligen Schäreninseln fuhr die Skandinavica unbeeindruckt (weil sie es schon kennt und fast jeden

Brücke Hisingsleden

Brücke Hisingsleden

Tag da vorbei muss) in das Delta des Flußes Göta älv. Mittler Weile wurde es voll auf dem Deck, wir waren nun auch wieder komplett und das Staunen war riesig, als die Fähre fast die Brücke Hisingsleden mit dem Mast berührte. Das war echt gute Maßarbeit und Absprache zwischen Brücken-und Schiffsbauer.

verlassene Straßen von Göteborg

Straßen von Göteborg

Um Punkt 9 Uhr legte sie am Tysklandterminal an. Wir sind direkt von Board gegangen und machten uns auf dem Weg in Richtung Innenstadt. Das war schon ein Fußmarsch, denn wir wirklich unterschätzt haben. Vom Anleger zum Stadtkern waren es 4,5 Km. Mit der Straßenbahn wollten wir nicht fahren, da wir auch etwas von der Stadt sehen wollten und sind auch mal in einigen Gassen abgebogen.

Nordstan

Nordstan

In der Innenstadt angekommen haben wir das große Einkaufszentrum Nordstan gefunden. Dort haben wir sehr gut unser Frühstück nachgeholt. Mein großer XXL-Kaffee (0,5 Liter) kostete nur umgerechnet 2,70€! Auch in diesem

Frühstück

Frühstück

Einkaufszentrum befand sich ein Laden, der sämtliche Weine, Biere und Spirituosen im Sortiment hatte. Diese Läden sind so groß wie ein Lebensmittel-Discounter, heißen in Schweden Systembolaget und sind 3 mal in Göteborg vorhanden. In Schweden wird der Alkoholverkauf vom Staat strengstens überwacht und verdient mit einem Steuersatz von (ich glaube) 25% eine rote…ehmmm… goldene Nase dabei. Alkohol in anderen Läden kann man nicht kaufen.

Saluhallen

Saluhallen

Etwas weiter südlicher betraten wir die Saluhallen von Göteborg. Das ist eine riesige Markthalle in der sämtlichen Obst-, Gemüse und Fleischsorten angeboten werden. Ist das Probieren von Elch-und Rentierfleisch gewünscht, kann man dieses da gut unternehmen. Zwei Cafes, einen Süssigkeitenstand und ein türkischer Gewürzeverkäufer erweiterten das Sortiment in den Saluhallen.

Im Anschluss machten wir mit dem Anbieter PADDAN eine Sightseeing-Tour durch den Kanal von Göteborg mit anschließender Hafenrundfahrt.

PADDAN-Boot

PADDAN-Boot

Obwohl die PADDAN-Boote recht tief sind, mussten wir uns unter einer niedrigen Stahlbrücke Namens Käsehobel ducken. Wir erführen von Phillip, Käptn‘ unseres PADDAN-Bootes, dass die Niederländer zwecks ihren Erfahrungen im Wassserbau beim Errichten des Stadtkanals den Schweden geholfen hatten. Deswegen sieht Göteborg auch Amsterdam auch ein wenig ähnlich. Wie auch Amsterdam verfügt

Göte alv

Göte alv

Unter dem Käsehobel

Unter dem Käsehobel

Göteborg über ein schwimmendes Parkhaus. Das kleine PADDAN-Boot schaukelte im Hafen vor sich hin und fuhren an der Kapitänsschule, am Opernhaus, an Radio Schweden, an einem Technologiezentrum von Ericsson und sämtlichen STENA Line Kreutzer vorbei. Die Tour war in Englisch und wurde mit viel Witz erzählt. Hat sich für 135 Kronen echt gelohnt.

Nach dem Mittagessen an Kungsparken machten wir uns dann auf dem Weg zur Fähre. Unterwegs haben wir uns in einem Supermarkt mit Tüten voller schwedischen Spezialitäten/Lebensmitteln eingedeckt. In der Kabine angekommen, verfrachteten wir die Tüten und machten noch direkt nach dem Auslaufen der Skandinavia vom Anleger letzte Erledigungen im Duty Free Laden. Ich empfehle den neuen Spiritus Absolut Country of Sweden – Oriental Apple. Dieser ist dort steuerfrei zu beschaffen und schmeckt mit Ginger Ale richtig gut!

Den letzten Abend wollten wir an der Cocktail-Bar ausklingen lassen. In einem Bereich des Schiffes, den wir passieren mussten, flippten die Menschen total aus. Sie hatten bunte, zum Teil mit bunten Federn bestückte Klamotten an und machten einen Mords Lärm. Wir haben sie erst nicht verstanden, bis die dann auf Englisch auf uns einredeten. Jemand hatte da seinen 30. Geburtstag gefeiert und wir waren dazu eingeladen. Klang super, auch wenn wir die Leute nicht kannten und nahmen an der Feier teil. Ohne etwas speziell schrilles angezogen zu haben, hat sich der Abend getränketechnisch von seiner besten Seite gezeigt. Keine Wartezeiten und bezahlen mussten wir auch nix. Ausweisen mussten wir uns nur mit guter Laune. 😮

Am Frühstück sah man das verkaterte Volk dann wieder halbkrepiert zum Buffet torkeln. Die gute Laune hatten die Meisten aus dem Gesicht gewischt und wir hatten einen hohen Unterhaltungswert geboten bekommen, dennen beim Essen zuzuschauen. Insgesamt war das Frühstücksbuffet auf dem Schiff sehr gut, auch wenn es mit 15 Euro p. Person nicht grade günstig war.

Gesettigt sind wir in Kiel pünktlich um 9 Uhr angekommen. Nachdem wir wieder zum Auto gefunden haben, fuhren wir wieder zurück in den Pott.

Die Schweden scheinen auf dem ersten Blick ein recht sturres, unfreundliches Volk zu sein. Dieses stimmt aber definitv nicht, denn der zweite Blick kann dieses widerlegen. Sobald man einen Smalltalk anfängt ist die eiserne Coolness gebrochen. Sie sind sehr freundlich und absolut hilfsbereit. Auch beim Smalltalk blocken die Schweden nicht ab sondern kontern mit weiteren interessanten Gesprächsthemen. Auch wenn nur nach dem Weg gefragt wird, die Schweden versuchen alles daran nicht nur den Weg zu erklären, sondern wollen auch, dass man diese Erklärung auch perfekt gerafft hat. Vor 11 Uhr war Göteborg auch noch am Schlafen. Ab 11 Uhr scheinen die Schweden erst am Frühstückstisch Platz zunehmen. Man kommt mit der jungen, sowie aber auch mit der alten Generation der Schweden mit Englisch problemlos zurecht.

Auch wenn die Tour nur für 1 Tag war, eins steht fest. Ich plane eine Tour, so wie meine letzte Eurotour 3.0 durch Polen, die skandinavischen Staaten zu bereisen. Eventuell wird mir es auch schon nächstes Jahr gelingen.

Erstelt am 1. Oktober 2011 von chriz



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