Italien – Rom ist alles andere als wunderbar! (Tag 1 in Rom)

„…Many of our rooms are out of function so you can’t stay here!“ zitierte Michael den Concierge weiter. Das fand ich überhaupt nicht lustig und habe dieses Ereignis zu

Skizze

diesem Zeitpunkt schon als Abzocke/Verarsche des Hotels abgestempelt. Das Hotel habe ich vergünstigt über ein GROUPON Gutschein erworben und dachte nur, dass dieses nun total in die Hose ging. Allerdings führte Michael mit dem Zitieren fort, „No problem, no problem. You can stay in our second Hotel, Hotel Veio Park“. Die Spannung verflog zum Glück sehr schnell, da ich sonst aus beginnender Wut selbst den Concierge zur Rede gestellt hätte. Den Weg dorthin, 4,8 Km stadteinwärts, wurde uns per Papier, Füller und Textmarker skizziert und hatten das Hotel Veio Park, das einen Stern mehr hatte, auch direkt gefunden. Wir fuhren auf einer schönen Parkanlage des Hotels vor und parkten dort den SEAT. Uns ist gleich aufgefallen, dass Rom einige Tage zuvor mit Schneemassen zu kämpfen hatte. Überall war noch der aufgetürmte Schnee zu sehen. Überall auf Plätze und Straßen lagen dicke Äste von Fichten, Lärchen und Palmen, die der Schneelast nicht standhalten konnten. Nach dem Check-In haben wir nur noch gejubelt, das doch alles super (mit Umwegen) geklappt hat.

Hotel Veio Park

Hotel Veio Park

Gepäck auf das luxuriöse Zimmer gebracht, kurz durchgeschnauft und den weiteren Tagesverlauf geplant. Wir hatten Hunger. So richtig Kohldampf und wollten unbedingt den Römer-Pass haben. Inhaber eines Römer-Passes können 3 Tage lang mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in Rom fahren, 2 Eintritte von Sehenswürdigkeiten nutzen und weitere Rabatte für weitere Attraktionen nutzen. Wir machten uns auf zum Bahnhof La Giustiniana und fuhren 20 Minuten mit dem Zug Richtung Roma Ostiense zu dem nächst

Roma Pass

größeren Bahnhof Valle Aurelia im Stadtzentrum Roms, wo wir uns den Römer-Pass für jeweils 30 € kauften. Um dahin zu kommen, haben wir ein Ticket für 1 € gelöst, das für 75 Minuten gültig war. Solche Tickets wünsche ich mir auch im heimischen Verkehrsverbund Rhein-Ruhr(VRR)!

Es hörte leider nicht auf zu Regen und unsere Laune wurde immer schlechter. Schlechte-Laune-Faktoren wie Regen, Müdigkeit von der Fahrt, das hektische Rom und überall nur Dreck konnten nur noch von den Schildern an den Restaurants getopt werden an dem übersetzt „Montags geschlossen“ stand. Super, jetzt wissen wir wer diesen Ruhetag auch nach Deutschland importiert hat. Die einzige Lösung für einen Erfolg bei der Nahrungssuche zu haben war dieses goldene „M“ auf rotem Grund aufzusuchen. Nach dem Besuch der heruntergekommenen Filiale gönnten wir uns ein richtig leckeres Eis, das uns wegen dem hohen Sahneanteil auch richtig sättigte. Das war aber auch geschmacklich das beste Eis, das ich jemals gegessen habe.



Booking.com

Nachdem wir das Eis unter der Markise der Gelateria verputzt haben, machten wir uns auf dem Weg zum Bahnhof San Pietro. Zwischendurch, damit wir nicht komplett ausgekühlt wären, besuchten wir immer wieder Kaffebars auf, die so gut wie an jeder Straßenecke zufinden sind. Wir wählten immer Espresso an der Theke, der jeweils zwischen 0,80-1,00 € gekostet hat. Wichtig zu wissen, dass es am Tisch meist bis zum Vierfachen kosten kann. Der Rückweg war nicht so einfach, da wir nicht so wirklich wussten, wo wir waren. Die meisten Römer, speziell die Älteren, können nur Italienisch und mussten uns deshalb mit Händen und Füßen eine Wegerklärung erkämpfen. Klappte doch irgendwie und wir waren vor einer großen Mauer des Vatikans angekommen. Beim Wechsel der Straßenseite rutschte ich auf diesen komischen gerillten Regenwasserablauffliesen aus, da die bei Nässe mit einer Eisschicht zu vergleichen sind. Eine wirklich dumme Erfindung. Dieser Meinung waren auch Hintern und Oberarm, auf dem ich gestürzt bin. Michael dachte schon, dass ich mir bei dem spektakulären Sturz Knochen gebrochen hätte. Zum Glück war es nicht so.

Immer an den hohen Mauern des Vatikans entlang näherten wir uns den Petersplatz. Auf dem Weg dorthin haben uns sicherlich um die 100 Schwarzmarktverkäufer angesprochen, ob wir nicht einen Regenschirm für jeweils 2 € abkaufen würden. Die waren lästig und aufdringlich. Deshalb und weil wir schon durchnässt waren haben wir auch keinen gekauft. Da so gut wie alle Fußgänger bis auf uns „Nice Umbrellas“ hatten, waren wir auch gefundenes Fressen für die Schwarzmarktverkäufer. Angekommen auf dem Petersplatz bewunderten wir die kolossalen Ausmaße des Platzes, den wir zuvor nur aus dem TV kannten. Quer über den Petersplatz mussten wir uns danach noch einen Kilometer durch Straßen schlendern, bis wir endlich am Bahnhof San Pietro angekommen sind.

Bahnhof San Pietro

Wir stellten fest, dass die Pünktlichkeit nicht nur bei der Deutschen Bahn ein Problem ist. Nach ca. 40 Minuten Verspätung ging es dann per überfüllten Zug in Richtung Cessano zurück zum Bahnhof La Giustiniana. Von dort gingen wir zu Fuß zurück zum Hotel und haben unterwegs noch in einem Loch einen Supermarkt gefunden. Wir haben uns mit Proviant eingedeckt und bekamen die volle Ignoranz und Egoismus der Italiener zu spüren. Beim Bezahlen hatte ich kein Kleingeld und legte ein 50€-Schein vor. Auf Italienisch fragte er aufdringlich nach passenderes Geld, dass ich ja nicht hatte. Ich verneinte und er kramte nervös in der Kasse rum und schmiss das Wechselgeld völlig kalt auf den Tressen. Noch heftiger hat er das Wechselgeld geschmissen, als danach Michael auch mit einem Schein bezahlen wollte. Der hatte einfach ein Rad ab und wir gingen verärgert zum Hotel mit vollgepackten Einkaufstaschen zurück. Nach einer Runde Bier, italienischem Knabberzeug und etwas TV war der Tag dann auch vorbei und gingen etwas früher ins Bett, da am Folgetag uns ein volles Programm erwartete.

Erstelt am 24. Februar 2012 von chriz

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