Projektmanagement – Netzplantechnik | #chrizschwarz

Projektmanagement – Netzplantechnik

Was damals in der Ausbildung von den Azubis belächelt wurde, bewährt es sich absolut in der Praxis. In der Welt des Projektmanagements ist die Netzplantechnik (NPT) ein hilfreiches Werkzeug für die Planungsphase und kann durchaus zu späterer Projektsteuerung wieder vorgelegt werden.

Ursprünglich wurde die Entwicklung der NPT von der US Regierung in den 50er beauftragt um damit die Projektplanung der Polaris Raketen durchzuführen. Der Einsatz des Werkzeugs war so wirkungsvoll, dass der Einsatz von NPT für die Erlangung von Regierungsaufträgen in den USA obligatorisch wurde. Auch heute noch wird NPT für folgende Projektvorhaben eingesetzt.

  • Planung größerer Bauvorhaben (Brücken, Fabriken, E-Werke, Krankenhäuser, etc.
  • Installation und Programmierung von EDV-Anlagen
  • Wartungs- und Reparaturplanung von Großanlagen (Flugzeuge, Schiffe, Raffinerien)
  • Markteinführung neuer Produkte

Generell ist NPT sehr leicht zu erlernen und kann über einen guten Überblick über Zeitdauer, Kosten und Ressourcenkapazitäten verhelfen. Es gibt 5 Verfahren der Netzplantechnik:

  • PERT = Program Evaluation and Review Technique
  • CPM = Critical Path Method
  • MPM = Metra Potential Method
  • LESS = Least Cost Estimating Scheduling
  • RAMPS = Ressources Allocation and Multi Project Scheduling

Vorstellen möchte ich CPM (Nein! Nicht Currywurst-Pommes-Mayo 😉 ), ein NPT-Vorgang zur Darstellung von Zeitdauer, Pufferzeiten und das Aufzeigen des kritischen Pfades.

Zu allererst müssen klare Arbeitspakete definiert werden. Anschließend wird an jedem Arbeitspaket die Dauer notiert, wie viel Zeit das Abarbeiten des jeweiligen Arbeitspakets in Anspruch nehmen kann. Dabei es ist jedem freigestellt ob die Einheit nun in Minuten, Tage, Wochen oder Uhrzeit gewählt wird. Daraufhin sind die Arbeitspakete in eine logische Reihenfolge zu bringen und zu nummerieren. Sicherlich kann der Fall auftreten, dass Arbeitspakete parallel durchgeführt werden können und sollte für der Erstellung der NPT im Hinterkopf behalten werden. Man sollte dabei auch sicherheitshalber schon Vor- und Nachtätigkeit notieren.

Nun sind die Arbeitspakete in Form von Kästchen, sogenannten Netzplanknoten, in die richtige Reihenfolge (chronologisch von links nach rechts) einzuzeichnen. Jedes Kästchen wird nochmal in 5 kleinere Kästchen unterteilt, in dem Folgendes vermerkt wird:

  • Vorgangskennung A…Z (Oben links)
  • Bezeichnung des Arbeitspakets (Oben rechts)
  • Dauer (Unten links)
  • Gesamtpuffer (Unten mitte)
  • Freier Puffer (Unten rechts)

Vermerkt werden auch frühste Anfangs- und Endzeit, sowie späteste Anfangs- und Endzeit an den 4 Ecken des Arbeitspakets. Diese werden per Vorwärtsrechnung für frühste Anfangs- und Endzeit ermittelt, oder per Rückwärtsrechnung für die Errechnung von späteste Anfangs- und Endzeit.

Der Gesamtpuffer ist der Zeitraum, um den man eine Aktivität maximal verschieben kann, ohne die spätesten Termine seiner Nachfolger zu beeinflussen. Rechnerisch ermittelt man ihn folgendermaßen:

  • Gesamtpuffer des Arbeitspakets = spät. Anfangszeit – Minimum des Nachfolgers – früh. Endzeit

Der Freie Puffer ist der Zeitraum, um den man eine Aktivität maximal verschieben kann, ohne die frühesten Termine seiner Nachfolger zu beeinflussen. Rechnerisch ermittelt man ihn folgendermaßen:

  • Freier Puffer = früh. Anfangszeit – Minimum des Nachfolgers – früh. Endzeit

Zuletzt ist der (rote) kritische Pfad einzuzeichnen. Er zeigt die Folge der Stationen an, die keine Pufferzeiten beinhalten.

Netzplantechnik

Bildquelle: IT-Handbuch, Westermann Verlag (6. Auflage, 2009)

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