Mondfinsternis 2015 | #chrizschwarz

Mondfinsternis 2015

Mondfinsternis 2015 (Montage aus 7 Bildern)

Mondfinsternis 2015 (Montage aus 7 Bildern)

Am frühen Morgen des 28.09.2015 ereignete sich ein wahres Himmelsspektakel. Gleich 3 Ereignisse waren in kurzer Zeit zu beobachten. Zunächst hatten wir einen sehr hellen Mond, der auch unter der Bezeichnung Erntemond bekannt ist, zu Gesicht bekommen. Wegen seiner besonderen Helligkeit im Herbst nutzen Landwirte ihn um über die gesamte Nacht ihre Felderträge abzuernten. Ebenso stand der Mond ca. 33.000 Km näher zur Erde als im Durchschnitt, und das macht ihn zum größer erscheinenden „Supermond“. Der Hauptakt begann dann kurz nach 3 Uhr, als sich der Erdschatten langsam über den Erdtrabanten sich ausbreitete. Bis zur totalen Monfinsternis dauerte es gute 1,5 Stunden, bis der Mond nur noch kupferrot als Blutmond am Himmel zu erkennen war. Ebenso dauerte es wieder fast 1,5 Stunden, bis der Erdschatten nicht mehr zu erkennen war und der Vollmond zur Morgendämmerung noch die letzte Leuchtkraft zeigte.




Ich habe mir schon Tage zuvor Gedanken gemacht, eine Timelapse (Zeitraffer) vom Schauspiel zu erstellen. Um möglichst weite Sicht Richtung Süden und Westen zu haben, fuhr ich zunächst zum Segelflug in Lünen. Da aber direkt neben der nassen Wiese die Lippe floß, war es dort zu diesig um unzählige, klare Fotos zu schießen. Ich entschied mich weiter „hoch“ zu fahren und habe die Anhöhe zwischen Lünen und Werne noch pünktlich erreicht. Die Bedingungen waren super!

Es waren nur 5° C, griff zunächst ins Auto nach dem Thermobecher und nahm zunächst einen aufwärmenden Schluck Kaffee. Dann packte ich den Campingstuhl aus und machte mich an den Kameraaufbau. Ich griff nach meiner Canon EOS 70D mit dem Tamron 70-300mm Teleobjektiv, schob den geladenen Akku und die frisch geleerte 128GB-Speicherkarte hinein, montierte sie mit einem Ratsch am 3-Wege-Neiger an das Stativ und schloss den Fernauslöser (Timer) an. Die Kamera habe ich zunächst auf 1/125 Sek., f11, ISO100 mit der Brennweite 300mm gestellt, musste aber im Laufe der Aufnahereihe zunächst die Verschlusszeit bis auf 4 Sek. erhöhen und dann die Blende bis auf 4,5 weiter öffnen. Neben den sich ständig ändernden Lichtverhältnisse musste ich auch immer wieder den Bildausschnitt korrigieren. Ich stellte den Timer auf 10-Sekunden-Intervall. Nach 70-80 Aufnahmen huschte der Mond wegen der Erdrotation einmal von links nach rechts über den LCD-Bildschirm meiner Spiegelreflexkamera. Das war sehr nervig und werde für das nächste Himmelsspektakel dieser Art zu einer Sternennachführung wie z.B. die VIXEN Polarie zurückgreifen. Mit der Smartphone App „PlanIt!“ konnte ich am Display erkennen, wo der Mond zu welcher Zeit im Bild zu sehen sein wird. Ebenso die App für Apple „Photo Pills“ kann ich einfach nur als sehr praktischen Orientierungshelfer empfehlen.

Im Vordergrund eine Pferdekoppel, hinter mir der dichte Cappenberger Wald. In der näheren Umgebung war von Damm-bis Schwarzwild alles zu hören. Das war schon ein wenig scary. Ich war in den 3 Stunden alleine am Platz bis auf einmal die Presse vor mir stand. Völlig unerwartet und halb erfroren habe ich mich zum Interview überreden lassen. Herausgekommen ist ein ziemlich großer Artikel mit meinen Fotos in den Ruhr Nachrichten.




Ruhr Nachrichten (Lokalteil Lünen), 29.09.2015

Ruhr Nachrichten (Lokalteil Lünen), 29.09.2015

Inzwischen haben sich in der Endphase der Mondfinsternis Wolken vor dem leuchtenden Mond geschoben. Kurz musste ich doch unterbrechen und den Akku nach etwa 1.000 Aufnahmen tauschen. Die hohe Luftfeuchtigkeit setzte nun der Kamera zu und Morgentau sammelte sich immer mehr auf der Linse des Objektivs. Das Schauspiel war dann im Kasten, ich packte zusammen und fuhr anschließend zur Arbeit nach Recklinghausen.

Insgesamt hat sich die Aktion gelohnt. Ich habe gutes Material für eine Timelapse sammeln können. Der eigentliche Streifen wird noch mit der Fertigstellung dauern. Vorab könnt Ihr in 4K das Rohmaterial schon ansehen.

Sachen, die ich beim nächsten Mal besser machen werde:

  • Mehr Kaffee mitnehmen
  • VIXEN Polarie einpacken
  • Taschenwärmer und Küchentuch gegen ein geschlagendes/nasses Objektiv mitnehmen
  • Akkugriff verwenden
  • mind. 2 Kameras inkl. Stative dazustellen
  • >300mm-Objektive dranschrauben

 

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