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Mit dem E-Auto durch den Winter

E-Auto im Schnee

E-Auto und Winter, zu fast keinem Thema werden mehr Vorurteile als zu diesem Pärchen verstreut. Reichweite, Ladegeschwindigkeiten, Sicherheit etc. sind nur einige Punkte über die gestritten wird. Deswegen möchte ich, ein E-Mobilist im zweiten Winter, helfen, die Sache auch besser einsortieren zu können.

Reichweite

Im Frühling schaffe ich auf der Autobahn bei Richtgeschwindigkeit 350 Km, das sind dann Temperaturen bei ca. 12-15°C. Im Winter bei -5°C sieht es schon ganz anders aus, denn dann sollte ich nach 250-300 Km Autobahnfahrt nach einer Schnellladesäule Ausschau halten. Nicht nur die Außentemperaturen setzen den AKKU zu, sondern auch die Heizung. Auch im städtischen/ländlichen Bereich muss mit verkürzten Reichweiten rechnen. Ab 15°C schaffe ich die offizielle WLTP-Angabe von 506 Km zu übertreffen. Im Winter rechne ich immer mit einem Drittel Abzug, dann bin ich auch auf der sicheren Seite.

Persönlich finde ich aber das Reichweitenproblem wirklich nicht schlimm. Diese Temperaturen finden nur in einem kurzen Zeitraum, oftmals Dezember und Januar, statt und ich kann meine Fahrten darauf gut einplanen.

Heizung und Komfort

Ganz klarer Pluspunkt ist die Vorklimatisierung. Per App können die meisten E-Autos vorgeheizt werden. Somit entfällt das nervige Eiskratzen. Aus der Ferne kann Heizung, Front- und Heck-scheibe, Außenspiegel und Lenkradheizung eingeschaltet werden.

Mein KIA EV6 besitzt eine Wärmepumpe und das ist ein Vorteil, wenn längere Strecken gefahren werden. Nach 15-20 Kilometer ist fast alleine die Wärmepumpe an und hält super effizient die Temperatur im Innenraum. Die herkömmliche Heizung fährt parallel ihren Dienst herunter.

Ladegeschwindigkeit

Das ist so eine Sache. Mein E-Auto lädt bei 15-30°C Außentemperatur mit 235kW/h. Im Winter, wenn der AKKU nicht vorklimatisiert bzw. vorkonditioniert wurde, habe ich auch schon mal bei 40 kW/h am Schnelllader geladen. Man muss so ein Gleichgewicht bilden, ob und wann eine Konditionierung eingeschaltet werden soll. Die Entscheidung lautet dann mehr Ladegeschwindigkeit oder mehr Energieverbrauch aufgrund der Vorwärmung des AKKUS?

Im Radius meines Heimatbundeslands Nordrhein-Westfalen tangiert mich dieses Thema nicht, denn oftmals lade ich vor Fahrtbeginn bzw. in der Nacht zuvor an meiner eigenen Wallbox voll.

Verschneite LED-Scheinwerfer

Damit habe ich bislang keine negativen Erfahrungen gemacht. Da auch LED-Scheinwerfer etwas Abwärme produzieren, schmilzt darauf der Schnee bei Temperaturen bis zu -8°C Außentemperatur. Bei Temperaturen darunter ist es eher unwahrscheinlich, dass sich dann auf den Scheinwerfern sich eine Schneeschicht bildet, da der Schnee dann schon zu trocken ist und weniger an den Scheinwerfern pappt. Die restliche Unterstützung bietet der Fahrtwind.

Sicherheit auf der Straße

Mein KIA EV6 ist ein Allrad-Fahrzeug und fräst sich sehr gut durch den Schnee. Bei E-Autos ist eher das Durchdrehen der Reifen ein Thema, wenn es nicht perfekt elektronisch geregelt wird oder im falschen Fahrmodus fährt. Ich habe an meinem Fahrzeug ein „SNOW“-Mode und damit bin ich sehr sicher unterwegs. In diesem Modus werden alle vier Räder mit einer super Traktion angetrieben. Durch das höhere Fahrzeuggewicht von ca. 2,2t ist der Anpressdruck auf der verschneiten Straße auch deutlich besser als bei meinem vorherigen Fahrzeug. Ebenso ist der KIA EV6 auch etwas höher und dient noch lange nicht als Schneeflug.

Festgesetzte Scheibenbremsen

Ich fahre wirklich gerne mit der höchsten Rekuperationsstufe bzw. im i-Pedal-Modus. Somit lässt sich die meiste Energie wieder zurückgewinnen. Zufolge dessen kommen die Scheibenbremsen nicht zum Einsatz und setzen sich wegen der Nässe und Kälte erst recht fest. Deswegen fahre ich im Winter, jedenfalls wenn es nass-kalt ist, in der mittleren Rekuperationsstufe, damit die Bremsen auch freigebremst werden.

Sonstiges

Es ist mir zum Glück noch nicht passiert, aber Potenzial des Festfrierens bieten die Türöffner, die in sehr vielen E-Autos aus aerodynamischen Gründen in der Karosserie verschwinden. Bildet sich ein Eispatzer um die Griffe, dann ist der Fahrzeugverantwortliche im Besitz einer A-Karte. Deswegen sollte ggf. mit im Rucksack eine kleine Flasche Entfroster ggf. in eurem Rucksack eingepackt sein. Was mir auch aufgefallen ist, ist das meine Garage sich nun nicht mehr bei Minusgraden erwärmen kann. Da ein E-Auto nicht so viel Wärme abgibt wie ein Verbrenner, bleiben die Temperaturen nun stets frostig. Hineingefahrener Schnee taut auch nicht mehr so schnell auf. Am besten direkt wegschieben, da angefahren es schnell zum Eispanzer wird.

Das könnte dein Auto im Winter gebrauchen:

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Dieser Beitrag wurde erstellt am 12. Januar 2026 von Christian Schwarz (chriz)

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