Italien – Die Fahrt

Leere Straßen - Fahrt nach Rom

Die Fahrt nach Rom begann an der Tanksäule, wo ich meinen kleinen SEAT proppevoll mit teurem deutschen Benzin aufgetankt habe und fuhr anschließend in den Süden meiner Heimatstadt Lünen um Michael abzuholen. Michael ist ein guter Freund, denn ich bereits seit Grundschulzeiten kenne. Kurze Zeit später um 19:15 Uhr waren wir auf der B236 in Richtung Dortmund unterwegs und begannen unsere Mission Rom zu erobern. Ich bin zunächst knapp 2,5 Stunden bis zum Spessart zur ersten Rast durchgefahren. Nach einem Kaffee Vorort und einem Kaffee to go setzten wir unsere Tour fort.

Um Würzburg bis zur Fränkischen Alp hatten wir durch überfrierende Nässe erschwerte Fahrbedingungen. Auf dieser Strecke kamen wir in einem kurzen Stau der wegen einer Karambolage mit geschrotteten und teils ausgebrannten Autos entstanden war. Bei den nächsten Kilometern sind wir deshalb besonders vorsichtig mit aufgestellten Nackenhaaren gefahren, da es bei diesem Unfall anscheinend einige Tote gab. Fast war München erreicht. Etwa 20 Km vor den Toren Münchens in der Holledau habe ich für 20€ sicherheitshalber nachgetankt. Un Café und es ging weiter. Obwohl vor dem Tankvorgang noch nicht die Tankreserve angebrochen war wollten wir unbedingt bis nach Österreich durchfahren um dort günstig tanken zu können.

Kurz vor Innsbruck war es dann soweit. Einmal vollgetankt und schon war auch der Brenner erreicht. Seit der Pause war es auch nonstopp und kräftig am schneien. Nachdem ich zum Befahren des Brenners 8€ Sondermaut bezahlt habe und uns immer weiter über den Brenner kämpften, wurde die Sicht immer schlechter und die Schneedecke auf der Autobahn wurde immer höher und höher.

Auch die Weiterfahrt bis Bozen, wo wir uns unseren ersten italienischen Kaffe gönnten, waren die Straßen- und Sichtverhältnisse alles andere als optimal. Mein Kennzeichen war überhaupt nicht mehr zu lesen und die Scheinwerfer konnten bis zur Entkrustung der braunen Schnee-Eis-Salz-Dreck-Kruste darüber sich nicht behaupten.

Der Fahrstil der Italiener ist deutlich anders als den wir in Deutschland gewohnt sind. Nach dem ich die Grenze nach Italien passiert habe, musste ich zunächst diesen Fahrstil genauer beobachten um mich fahrtechnisch so gut es geht anzupassen. Ich stellte fest, dass bei Spurwechsel generell nicht geblinkt wird, Überholte werden geschnitten, schneller gefahren wird als vorgesehen und so dicht wie möglich auf den Vordermann (auch auf Polizeiwagen) aufzufahren. Demnach wurde mein Fahrstill rasanter und „zackiger“. Ganz nach meinem Geschmack! 🙂

Leider war die Weiterfahrt über die Toskana bis Rom mit Regen unterstrichen. Bei Florenz, einer Gegend in der es sehr gebirgig ist, mussten wir mit überfrierenden Nebel rechnen. Schön war die Fahrt nicht besonders.

Nach 1560 gefahrenden Kilometer und am Mautkassenhäuschen verrichteten 48 € Mautgebühr erreichten wir unser Hotel, das 3-Sterne-Hotel Cassia gegen 12 Uhr Mittags. Ich hielt zunächst am Straßenrand während Michael die Rezeption aufsuchte um Alles abzuklären. Er kam schockiert zurück und zitierte den Concierge mit den Worten „We have a problem with your room…“. Ich dachte nur, dass es einfach nicht wahr sein kann.

… und so begann der 1. Tag in Rom.

Erstelt am 24. Februar 2012 von chriz



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