Forensik in Lünen

Ich bin fassungslos was sich in meiner Heimatstadt abspielt. Das NRW Gesundheitsministerium plant auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Victoria eine Maßregelvollzugsanstalt zu errichten. Forensik lässt sich aus dem Lateinischen forum (Forum, Marktplatz) herleiten und vermutlich deshalb soll sie in nur 1! km Entfernung von der Fußgängerzone errichtet werden. Es ist absolut hirnverballert sie in mitten eines sehr erschlossenen Gebiets bauen zu wollen. 5 Kindergärten, 2 Grundschulen und eine weiterführende Schule stehen bereits in unmittelbarer Nähe. Ausgebrochene Häftlinge können den Lüner Hbf. nutzen, der zur Flucht in die Welt in nur 500m Luftlinie zügig zu erreichen ist.

Bereits jetzt fragen mich neu zugezogene Lüner, wo die Forensik erbaut werden soll und wo sie ihre Kinder auf sicherem Wege in die Schule schicken können. Wenn ich solche Fragen beantworten muss, dann läuft mir ein eiskalter Schauer über den Rücken.

Am 30.11.12 war NRW Gesundheitsministerin Barbara Steffens im Hansesaal zu einem angeblichen Informationsaustausch gekommen. Sehr respektlos und sturr präsentierte sie sich gegenüber 1.000 Lüner Bürger, die gegen die Errichtung einer Forensik sind. Bevor der Standort Lünen ins Gespräch kam, war der Bau der Forensik auf einem Acker bei Selm-Bork geplant. Laut Gesundheitsministerium sollte die Fläche nicht zur Verfügung gestanden haben. Dieses ist sehr fragwürdig. Mit Rückendeckung von Bürgermeister Stodollick, Verwaltungsvorstand und Juristen wird Akteneinsicht beim NRW-Gesundheitsministerium gefordert.

Hoffnung gibt es noch. Altlasten der Zechenbrache Victoria sowie der Naturschutz können das Projekt noch stoppen. Sollte der Forensik-Bau in Nähe der Lippeaue den Naturbestand gefährden, könne das Vorhaben möglicherweise verhindert werden. Der Held könnte die Blauflügelige Sandschrecke sein, die auf der roten Liste der bedrohten Tierarten sowie aber auch auf dem Gelände zu finden ist.

Es ist ein sehr dynamisches Thema und es bleibt spannend! Trotzdem stellt sich die Frage, warum Maßregelvollzugsanstalten nicht auf dem Land (z.B. Lüneburger Heide, Sächsische Schweiz, …) errichtet werden können und man immer wieder auf Konfrontationskurs mit Bürger aufsucht, indem man sie doch in Ballungsgebiete auftürmt. Argumente wie unpraktische Arbeitswege von Vollzugsbeamten sollten dabei das geringste Übel sein! Es bleibt für mich hirnverballert und volksfern!

Erstelt am 3. November 2012 von chriz

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