E-Mountainbiking Österreich 2012 – Ausflugstag (Tag 3)

Es sah nach Regenschauern aus. Die Eisriesenwelt in Werfen, die größte Eishöhle der Welt, und die Stadtbesichtigung von Salzburg standen als Alternativprogramm fest. Der programmreiche Vortag steckte uns noch in den Knochen und wir versuchten so einiger Maßen zu Frühstücken.

Nach dem Frühstück wollten wir auf keinen Fall Zeit vertrödeln, stiegen ins Auto und fuhren auf der abschüssigen und kurvigen Straße Richtung Golling, dann nach Werfen der Salzach entlang, wo wir die Eisriesenwelt besichtigen wollten. Bis Golling war es die gleiche Strecke, wie wir am Vortag per E-Mountainbike abradelten. Wir fanden es auf komischer Weise per Auto länger, als per Zweirad obwohl ich recht zügig fuhr. Im dichten Nebel musste ich meinen SEAT den steilen Serpentin-Pfad hochdrehen. Kehre nach Kehre wurde der Weg immer steiler und der Nebel trüber. Gut 400 Höhenmeter waren auf kürzester Distanz zurückzulegen. Gesehen hat man dabei nix und musste gelegentlich vom 2. in den 1. Gang zurückschalten. Eine Qual für den Spanier. Endlich hatten wir den Parkplatz am Abhang gefunden. Beim Abstellen des Autos war uns die Schräglage bewusst. Ich brauchte die Fahrertür ohne Mühen öffnen, während Eva mit Kraft die Tür weiten und hinausspringen musste.

Der Parkplatz sowie die Eingangskasse lagen auf etwa 1.000m N.N.. Wir haben 20,- € pro Person für den Eintritt sowie der Beförderung mit der in den 60ern erstellten Seilbahn bezahlt und mussten etwas bergauf zu dieser Seilbahn laufen. Dort angekommen stockte uns etwas der Atem, da man die Betriebsjahre der Seilbahn schon angesehen hat. Trotzdem war sie ausgesprochen zügig unterwegs und die Insassen mussten darin keine 3 Minuten lang stehen. Hurra, sicher angekommen in fast 1.600m N.N. mit dem Gedanken, es muss noch zurück damit gefahren werden.

Bis zur Eisriesenwelt war es nicht mehr weit. Wir mussten weiter etwas bergauf durch einen Stollen und über einem steinigen Wanderpfad laufen. Am Höhleneingang angekommen mussten wir einige Minuten auf die nächste Führung warten. Leicht aus der Puste geraten, war uns schon richtig warm geworden. Witzig war der Nebeneffekt meiner Softshelljacke, die an der gesamten Oberfläche dämpfte. Ich wollte schon nach Feuer suchen, um es dann zu löschen. Fehlanzeige! Dieses passiert, wenn bei Kleidung die Versprechung „atmungsaktiv“ eingehalten wird. Weitere langärmlige Kleidung haben wir aus den Rucksäcken gepackt und übergestülpt. Die Temperaturen in der Höhle liegen um den Gefrierpunkt. Felix, unser Höhlenguide, und sein Team rüsteten uns mit Kabitleuchten aus und führten uns insgesamt 700 Stufen in der Höhle hinauf (bis fast 1.800m N.N.) und 700 Stufen hinab. Es ging auf einem holzenden Steg mit VA-Handläufen. Da das Eis tendenziell Jahr für Jahr wächst, muss tatsächlich alles entfernt, das Eis vom Magnesium abgeschabt und wieder neu errichtet werden. Ein wirklich hoher Aufwand für eine Saison. Felix führte uns an riesigen Eishallen und teils beleuchteten Figuren vorbei und erzählte etwas über die Entstehungsgeschichte der Eishöhle. Leider war in der Höhle das Fotografieren nicht gestattet, was mich auch sehr ärgerte. Nach der tollen Besichtigung ging es bergab über den Bergstollen zur Bergstation der alten Seilbahn. In der Berghütte bestellten wir uns eine super leckere Tomatensuppe für 3,- € im Angebot ehe es wieder im Schleuderkurs nach unten ging. Gerade an den Übersetzungspunkten hat die Gondel geschaukelt wie ein Kettenkarussell auf der Kirmes. Unten heile angekommen staunten wir über die Menschenmasse, die noch per Seilbahn nach oben befördert werden wollten. Da die Kapazitäten der Gondel nicht gerade die Höchste ist, schätzten wir die Wartezeit auf 3-4 Stunden. Das frühe Aufstehen hat sich absolut gelohnt.

Der Parkplatz war sehr eng und es zahlte sich erneut aus ein kleineres Auto zu besitzen. Nach wenigen Zügen fuhr ich talabwärts und das bei einer Streckenart, die ich am liebsten habe. Gefälle und sehr viele und enge Kurven. Obwohl ich Eva gefragt habe, ob sie Achterbahnfahrten verträgt und sie mit einem „Ja“ beantwortete, hatte ich keine Hemmungen zackig nach unten zu fahren. Wie Michael auf der Romreise im Februar bei Florenz reagierte Eva so ähnlich. Ihr war dann doch schlecht. 😉

Es sah weiter nach Regenschauern aus und beschlossen doch nicht zurück zum Hotel zu fahren, um uns auf die E-Mountainbikes zu schwingen. Stattdessen fuhr ich den Parkplatz am Gollinger Bahnhof an um die Fahrt per Zug nach Salzburg fortzusetzen. Die Zugfahrt dauerte nur 30 Minuten lang.

Angekommen im modernen Bahnhof stillten wir zunächst unseren Hunger in einem Schnellrestaurant. Anschließend mussten wir etwa 1 Km laufen, bis wir den Stadtkern von Salzburg erreichten. Der erste Kilometer der Hauptstraße entlang war nicht wirklich schön. Alles zahlte sich aber aus. Das Eingangsportal haben wir gefunden. Es folgten dann wunderschöne Gartenanlagen, Plätze mit Brunnen und anderen Sehenswürdigkeiten Schlag auf Schlag. Wir gingen über den Mirabellgarten, vorbei am Barockmuseum bis zum Fluß Salzach. Direkt dahinter besichtigten wir die tolle Altstadt mit dem Dom von Salzburg, dem Geburtshaus vom Wolfang Amadeus Mozart, einer österreichischen Kirche wanderten hinauf zur Festung Hohensalzburg. Es Regen kam nun auch hinzu, der aber nach kurzer Zeit wieder aufhörte. Trotzdem brachen wir nach der Verkostung original Salzburger Mozartkugeln, die an 5 Ecken in speziellen Mozartläden zu kaufen waren, den Rückweg zum Bahnhof auf.

Mit der S3 gelangten wir wieder nach Golling und fuhren dann mit dem Auto zum Hotel nach Abtenau. Das letzte Abendmahl unseres Aufenthalts in Österreich in Form eines 4-Gänge-Menüs stand nun an. Was gab’s? Natürlich wieder nur Leckeres. Rinderbrühe mit Pfannkuchenstreifen, Rindersülzchen mit Balsamico, Schweinemedailons mit Calvadossauce, grünen Bohnen und Spitzkartoffeln und Panna Cotta auf Kiwifruchtspiegel. Dabei haben wir einen prickelden Riesling getrunken. Wir ließen die gesamte Fahrt nochmal in der Lobby Revue passieren. Später wurden die meisten Sachen gepackt, denn in wenigen Stunden erfolgt die Rückfahrt nach Deutschland.

Insgesamt war dieser Ausflugstag sehr schön und auch lohnenswert gewesen. Das war ganz mein Geschmack!

Erstelt am 19. Juli 2012 von chriz

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