Timelapse mit GoPro

Timelapse mit GoPro - GoPro Hero4 Black Edition

Timelapse mit GoPro – GoPro Hero4 Black Edition

Können denn Timelapse mit GoPro erstellt werden?

Ich habe es schon öfters angedeutet, dass ich ein absoluter Fan von Timelapse-Aufnahmen bin. Deshalb habe ich mich auch in dieses Thema eingearbeitet und schon einige, „richtige“ Timelapse in 4K-Qualität mit der digitalen Spiegelreflexkamera erstellen können.

Um eine Bilderreihe für eine Timelapse erstellen zu können, ist eine DSRL mit einem Intervalometer bzw. Timer nicht unbedingt nötig. Nun möchte ich Euch Möglichkeiten aufzeigen, mit dem es auch anders, leider aber nicht so flexibel wie an der DSLR, geht. Ich habe aus meiner 2. Schublade von Oben meine Action-Kamera Hero GoPro 4 Black-Edition herausgekramt und nun können wir uns genauer das Erstellen von Timelapse mit der GoPro betrachten.

Im Prinzip gilt der gleiche Grundsatz beim Timelapsing wie auch bei der DSLR. Achte darauf, dass die Kamera möglichst wenig automatisch regelt. Es ist wichtig, dass die Einzelbilder in Belichtung, in der Konstrastgebung, Weißabgleich und Tönung beinahe identisch aussehen. An der GoPro kannst Du den Automatikmodus einfach unter der Einstellung „Protune: On“ deaktivieren. Dieses solltest Du auch tun. Welche Einstellungen man machen sollte, habe ich in Folge aufgelistet.



Schritte zur gelungenen Timelapse mit GoPro:

Zunächst schalten wir die GoPro an (Mode-Schalter gedrückt halten) und wechseln in den Multishot-Mode (je nach Standard-Mode einige Male die Mode-Taste drücken).

Nun betätigen wir den seitlichen Einstellungsknopf und können die entsprechenden Einstellungen durchführen. Mit der Mode-Taste blättern wir durch das Menü, mit der Auslöse-Taste wählen wir die Einstellung aus.

Zuerst geben wir den Mode „Timelapse“ vor. Bei der zweiten Einstellung legst Du das Intervall (die Wartedauer zwischen den einzelnen Aufnahmen) fest. Es kommt immer auf Deine Szene an, welches Intervall für Dich am besten ist. Wenn ich z.B. eine Autobahnfahrt timelapsen möchte, dann nehme ich meistens einen zwei Sekunden-Takt.

Fahrende Schiffe, Fußgängerzonen, etc. verwende ich eine Einstellung von fünf Sekunden. Einen Intervall von 30 Sekunden verwende ich meistens bei der Königsdisziplin Sonnenauf- und -untergängen. Bei der DSLR muss dabei die Belichtungszeit angepasst werden und das erfordert Fingerspitzengefühl. Für längere Aufnahmen spielt der magere Akku der GoPro nicht lange mit. Abhilfe leistet eine externe Stromquelle. Das kann eine Steckdose in der Nähe oder eine vollgeladene Power Bank sein.

12MP W ist die Einstellung, die ich hauptsächlich für Timelapse mit GoPro verwende. Die Fotos haben bei 12MP eine Ausmaße von 4000×3000 Pixel im Format 4:3. Das W steht für „Wide“ und gibt somit eine niedrige Brennweite (Fischaugen-Look) vor. Eine schnelle und größere Speicherkarte sollte in Deiner GoPro stecken.




Es folgt die Einstellung um den mysteriösen „Spot Meter“. Schalte ihn nur ein, wenn Du von einem dunklen Ort aus aufnimmst und das Motiv in einer helleren Umgebung steht. Andernfalls wird der Aufnahmeort aufgehellt und der helle Teil dann überbelichtet. Die Aufnahmen wären dann nicht wirklich brauchbar. GoPro erklärt es am besten mit dem Filmen aus dem Innenraum eines Autos. Innen ist das Interieur dunkel, draußen bei Sonnenschein zu hell.

Wenn Du ProTone (pT) aktivierst, können weitere, empfehlenswerte Einstellungen gemacht werden.

Z.B. der nicht außer Acht zu lassende Weißabgleich/White Balance (WA/WB). Auch da sollte kein automatischer Weißabgleich erfolgen.

  • Auto (Standardeinstellung): Passt den Farbton je nach Umgebungsbedingungen an.
  • 6500k: Eignet sich für Aufnahmen bei bewölktem oder bedecktem Himmel.
  • 5500k: Eignet sich für Außenaufnahmen bei Tageslicht bzw. klarem Himmel.
  • 3000k: Eignet sich für Aufnahmen mit geringer Lichtintensität, wenn die Kamera ohne die Hilfe von Umgebungslicht Details aufnehmen möchte.

Nativ: Kaum Änderungen am Bild bzgl. Weißabgleichs. Geeignet für die Nachbearbeitung und die Einstellung, die ich auch für das Timelapsing empfehle.

Unter Color findest Du die Einstellungen GOPRO und FLAT. Optimal für die Nachbearbeitung ist die Einstellung ohne zusätzlichem GOPRO-Farbprofil geeignet. Demnach bitte FLAT wählen.




Zur Einstellung der ISO (Lichtempfindlichkeit des Sensors) musst Du Dich bzgl. des Umgebungslichts entscheiden. Für Außenaufnahmen sind bei Tageslicht ISO 100 (bei hartem Sonnenschein) oder ISO 200 (bei Bewölkung) angebracht. ISO 400 bzw. 800 sind für eher schlecht ausgeleuchtete Innenräume geeignet z.B. ISO 800 in Kirchen.

Ebenso der nächste Punkt Sharpness (Schärfe) ist für die Bildbearbeitung niedrig zu alten. Damit die Kamera auch da nicht zwischenfunkt, wählst Du die Einstellung LOW aus.

Das +/- – Symbol steht für die Belichtungskorrektur. Dort kann mit bis zu +/- 2 Blendenwerte gegen Unter- bzw Überbelichtung gehandelt werden. Lass ihn am besten auf 0 wenn Du mit dieser Einstellung zuvor nie zu tun hattest.

Schon bemerkt? Auf die Belichtungszeit bin ich nicht wirklich eingegangen, da bei der GoPro wir kaum Einstellungen zur Belichtung machen können. Wir können nur etwas mit der ISO-Einstellung oder mit bis zu +/- 2 Blendenwerte gegensteuern. Es ist etwas mau, aber damit müssen wir halt das Beste erzielen. 🙂




Soviel zu den Einstellung. Wünschenswert wäre noch ein Counter, der eine gewünschte Bildanzahl beim Knipsen herunterzählt. So musst Du vorher Dir die Zeit errechnen, wie lange die GoPro für z.B. eine spätere 6-Sekunden lange Timelapse-Sequenz bei einer Abspielrate von 30 Bilder pro Sekunde benötigt.

Anzahl der Bilder = Abspielrate * Erzielende Sequenzdauer in Sekunden (z.B. 30 Bilder * 6 Sekunden = 180 Fotos )

Aufnahmezeit = Fotos * Intervall (z.B. 180 * 3 Sekunden = 540 Sekunden [9 Minuten])

Habe ich die Einzelbilder auf der Speicherkarte, so exportiere ich Sie auf meinem Rechner und erstelle meine Timelapse wie gehabt per LRTimelapse im Doppelpass mit Adobe Lightroom. Ein Video-Tutorial von mir findet Ihr bereits hier.




Zu guter Letzt noch ein kleiner Tipp von mir. Etwas Bewegung in einer Timelapse kann man mit einer Art Eieruhr hineinbringen. Gleichmässige Rotation mit der GoPro bekommt dem Flow-Mow ganz gut hin.

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