Domes (Lightpainting)

Domes (Lightpainting) – Verrückte Bilder entstehen oft bei einer völlig durchgeknallten Aktion. So eine Aktion gab es wieder und möchte Euch nun zeigen, wie ich dieses Foto ohne Photoshop auf die Speicherkarte meiner Kamera bekommen habe.

Lightpainting - Dome

Lightpainting – Dome

Es ist noch nicht einmal ein großer Zaubertrick diese skurrilen Lichtgestalten in einen Raum zu schaffen. Nein, es ist total einfach und es handelt sich immer um das gleiche Prinzip. Man malt mit Licht und deswegen nennt man diese Aktion im Fachjargon Lightpainting. Dabei werden meisten Lichtquellen bei einer Langzeitaufnahme vor der Linse bewegt. Die Raffinesse bringt immer der Typ der Lichtquelle, die Qualität des Licht-Tools und die durchgeführten Bewegungen der Lichter.




Für diese Domes, diese Lichtkuppeln wie auf dem Foto, habe ich mir mein eigenes Licht-Tool in einem kleinen Do-It-Yourself-Projekt gebastelt. Dazu musste das alte 26-Zoll-Vorderrad (Felge+Bereifung) meines Mountainbikes herhalten und habe auf der Lauffläche eine günstige, batteriebetriebene LED-Lichterkette angebracht. Die Lichterkette mit 30 LEDs ist ca. 4 Meter lang und musste sie deshalb doch zwei Mal die Bereifung umrunden lassen (Diese ist besser). Eine kürzere Lichterkette von ca. 2 Metern wäre hier von Vorteil. Befestigt habe ich alles großzügig mit schwarzem Gaffa Tape. Wie viele Meter Klebeband ich verbraucht habe, kann ich nicht mehr sagen. Es waren einige Kilometer. 😉

Dome - Lightpainting Tool

Dome – Lightpainting Tool

Danach habe ich ein Flacheisen, etwa so groß wie der halbe Durchmesser (Radius) genommen und an dem einen Ende ein Loch gebohrt. Das Flacheisen habe ich dann auf die Radnabe gesteckt und anschließend mit der Radmutter befestigt. Und schon in wenigen Minuten war mein Licht-Tool fertig.




Als Kamera-Einstellung, generell bei diesen Lichtspielereien, habe ich 15 Sek. Belichtung bei Blende 9,5 und ISO 100 verwendet. Es kommt aber auch drauf an, wie man die Umgebung mit in Szene setzen will. Den Weißabgleich stellte ich auf Tageslicht und wählte (das ist Euch überlassen) eine 16mm-Brennweite. Der 10-Sekunden-Selbstauslöser meiner Kamera tickte runter und bevor die Kamera den Verschluss für die nächsten 15-Sekunden öffnete, begann ich das 45° geneigte Rad um das Flacheisen zu rotieren. Das Timing klappte ganz gut und das Rad kreiste innerhalb der 15-Sekunden-Zeitspanne 360° um das Flacheisen. Und schon hat man einen mysteriösen Dome im Raum fotografiert.

Was würde ich verbessern?

Ich würde eine kürzere Lichterkette wählen, die nur einmal um den Reifen reicht. Außerdem würde ich für gleichmäßigere Lichtspuren sorgen, indem ich einen Reifen mit sehr geringem Profil verwenden würde und diesen auch mit ordentlich viel Luftdruck versorgen, damit er eine gewisse Laufruhe bei der Umrundung des Flacheisens hat. Ein Mountainbike-Reifen ist da eher nicht so optimal. Aber manchmal hat man nichts anderes griffbereit. 🙂

Weitere Tipps, Anregungen und Anleitung zum Thema Lightpainting  könnt Ihr auch auf der Seite http://lightpainting.sunnys.photos erhalten. Sie ist wirklich gut!

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