DJI Phantom 3 (Erfahrungsbericht)

The Story begins with DJI Phantom 3

Für Spielzeug ist man nie zu alt und somit bin ich seit Ende Januar erfreuter Besitzer der DJI Phantom 3 Advanced. Da ich absolut blutiger Anfänger in dieser luftigen Materie bin, möchte ich  gerne auch anderen Blutigen eine Art Anfangsbegleitung, Starthilfe oder halt ersten Erfahrungsbericht bereitstellen. Trotz allem, für abgeschnittene Finger hafte ich nicht. 😉





The Unboxing

Als ich den trendigen, weißen Karton in den Händen hielt, spürte ich meinen Pulsschlag. Es war irgendwie schon wie Weihnachten, wie ein Kind, das seine Geschenke auspackt.

Im Karton präsentierte sich direkt der weiße Quadkopter DJI Phantom 3 mit silbernen Streifen. An ihm ist bereits der Gimbal sowie die Kamera montiert. Dazu lag die Fernsteuerung mit Halterung für das mobile Endgerät,  ein USB/microUSB-Verbindungskabel zum Verbinden von Fernsteuerung und mobilen Endgerät, ein Akku für den Kopter, ein Netzteil für das gleichzeitige Laden von Fernsteuerung und Akku sowie knappe Bedienungsanleitungen in 3 verschiedenen Sprachen bei.

The Insurance

Da ich zunächst nur mit privaten Absichten erste Flugmeilen kollektieren möchte, bewegen sich die Kosten für eine Modell-Halter-Haftpflichtversicherung überraschender Weise im schmerzfreien Segment. Nach vielem Googlen entschied ich mich für die DMO (Deutsche-Modellsport-Organisation) und zahle somit jährlich mit einer Deckungssumme von 2 Mio. € nur 39,96 €. Das fand ich jetzt schon gut. 🙂 Vorteile neben dem niedrigen Beitrag: Rechtsschutz inklusive, sehr schnelle Bearbeitung des Dienstleistungsantrag (Versicherungsschein lag einen Tag später im Briefkasten), Versicherung  gilt für Flug-, Schiffs- und Automodellsport und der Versicherte ist nebenbei noch Mitglied im Förderverein der Modellsportfreunde e.V. Wuppertal. 🙂 Nur die Reaktionszeit per E-Mail war sehr schlecht.

So eine Modell-Halter-Haftpflichtversicherung ist in Germany Pflicht! Dabei spielt es keine Rolle, ob der Kopter privat oder gewerblich genutzt wird.



The Right

Es macht schon Sinn sich über die Rechtslage vorher zu informieren. Generell ist zu sagen, dass es Unterschiede zwischen der Fliegerei im Bereich des Sports/Freizeitgestaltung und des gewerblichen/kommerziellen Zwecks  gibt .

Trotzdem kann man zu allen Einsatzzwecke bereits nennen, dass eine Fliegerhaftpflicht benötigt wird. Diese ist Pflicht und gibt es meistens in der Auslegung für den privat oder kommerziellen Nutzen (ohne/mit Bild- und Video-Aufnahmen). Außerdem ist darauf zu achten, dass der Schutz der Privatsphäre anderer Personen gewährleistet wird. Lärmbelästigung durch die sich durch die Luft schneidenden Luftschrauben (z.B. Fliegen in der Nacht in der Siedlung) ist ebenso tabu. Die Gefährdung anderer Luftverkehrsteilnehmer muss ausgeschlossen sein. Über Hoheitsbereiche (Polizei, Feuerwehr, Kasernen, etc.),  Menschenansammlungen, Katastrophengebiete oder unmittelbar in der Nähe zu Flughäfen  darf nicht gekoptert werden. Außerdem sollte das Fluggerät auch „mit dem Auge“ gesteuert werden.  Die Erlaubnis den Multikopter abheben zu lassen, muss ggf. vom Grundstückseigentümer eingeholt werden.

Betreibt man aus gewerblichen/kommerziellen Zwecken die Fliegerei, müssen folgende Bedingungen zusätzlich erfüllt sein:

  • Allgemeine Aufstiegserlaubnis vom jeweiligen Bundesland (z.B. beim Land NRW). Für weitere Aufstiegserlaubnisse reicht meistens eine Anerkennung aus, so dass nicht nochmal der volle Preis von ca. 240 EUR fällig wird.
  • Die Haftpflicht muss auch das gewerbliche/kommerzielle Vorhaben deckeln
  • Das Luftfahrzeug darf nicht über 5 Kg auf die Waage bringen (Aufstiegsgewicht)
  • Führung eines Flugbuches
  • Information/Genehmigung einholen bei der örtlichen Polizei oder beim Ortnungsamt

Dieses Thema sowie Flugzonen/Lufträume wurden bereits von Arthur Konze sehr gut in seinen Videos aufbereitet.





The Take-Off

Ich habe zunächst die Propeller mit Hilfe des Kunststoff Propeller-Tools an die Elektromotoren montiert und daraufhin den Akku in den Akku-Schacht bis zum „Klick“-Geräusch geschoben.

Nun habe ich auf meinem alten Smartphone NEXUS 4 die DJI GO App installiert und gestartet. Nachdem die Verbindung zwischen dem Dreigespann  NEXUS 4, der Fernsteuerung und dem Multikopter hergestellt wurde, befolgte ich die Instruktionen auf dem Smartphone. Es musste ebenso am Smartphone eine Internetverbindung vorliegen, um einen Account bei DJI anzulegen und den Kopter freizuschalten. Ohne dieser Authentifizierung hebt sonst der Kopter nicht ab. Wurden diese Hürden bezwungen, konnte der DJI Phantom 3 nun in der Wohnung seinen ersten Take-Off starten, nachdem der Kompass des Kopters und die Fernsteuerung kalibriert wurde.

Der Kopter wird gestartet, indem Ihr die beiden Steuerhebel gleichzeitig nach unten und innen drückt. Ausschalten kann ebenfalls so (Not-Aus) oder wenn Ihr den linken Steuerhebel nach unten gedrückt hält, wenn der Kopter mit beiden Beinen auf dem Boden steht.

Selbstverständlich sind die Bedingungen in der Wohnung nicht optimal für einen Take-Off. Ich habe die Location wegen dem miesen Wetter und Grippe gewählt. Außerdem juckte es in den Fingern. 😉

The Firmware

Während dem ersten „Anschweben“ in der Wohnung, sprang mir auf dem Bildschirm des Smartphones direkt der Hinweis ins Auge, dass ich eine neue Firmware aufspielen sollte. Die aktuelle Firmware wurde vor einigen Tagen veröffentlicht und ich konnte somit ohne Bedenken die Firmware auf Kopter und Fernsteuerung aufspielen. Persönlich warte ich immer so 5-7 Tage von der Veröffentlichung des Firmware-Updates bis zum Herunterladen um Bugs auszuschließen.

Wie funktioniert so ein Firmware-Update? Zunächst ladet Ihr auf dji.com das Firmware-Update herunter. Dann entpackt Ihr das heruntergeladene Archiv und kopiert die .bin-Datei auf die zuvor geleerten microSD des Kopters. Nun müsst Ihr nur noch die microSD wieder in den Kopter stecken, den Kopter einschalten und warten, bis der Kopter das Firmware-Update vollautomatisch aufgespielt hat.

Dabei passieren unterschiedliche Dinge, z.B. er gibt akustische Signale von sich, die Leuchten leuchten unterschiedlich auf, der Gimbal tanzt seinen Namen, der Kopter wird einige Male neugestartet und die kleine Kontrollleuchte am Gimbal blinkt. Lässt dieses Blinken nach, wurde die Firmware aufgespielt. Zur Kontrolle ob das Update erfolgreich war, kann die LOG-Datei auf der microSD am Recher aufgerufen werden. Die Fernsteuerung wird seit kurzer Zeit nun über das mobile Endgerät aufgespielt. Hierbei muss das mobile Endgerät Zugang zum World-Wide-Web haben.



The Software

DJI GO (App) – Ist ein Must-Have und damit lässt sich der Multikopter bedienen.

Litschi (App) – Ist wie DJI GO mit einen erweiterten Funktionalitätsumfang

HEALTHY DRONES / HD Sync (App) – Schönes Feature zur Statistikaufbereitung Deiner Flugdaten. Mit der App können die Flugdaten automatisiert nach HEALTHY DRONES übertragen werden. Kann ich empfehlen.

Adobe Lightroom 6  (PC) – Ich war sehr erfreut, dass die Kamera des Multikopters Fotos auch im RAW-Format auf die Speicherkarte schreibt. Das Bildbearbeitungsprogramm ist genau richtig den letzten Feinschliff aus den Fotos heraus zu holen. Ich arbeite schon längere Zeit als Digital Artist mit dieser Software und bin immer noch sehr zufrieden über die Macht, die Adobe diesem Produkt gegeben hat.

Lightroom 6

Lightroom 6

The Modus

Insgesamt gibt es an der Fernsteuerung 3 Modi zum Auswählen, das sind F, A und P. Ich habe den Fehler gemacht und auf der Wiese beim ersten richtigen Testflug bei ca. 25 Km/h Wind den Schalter auf A gelegt. A steht für Attitute und hält die Höhe, allerdings nicht Lage bzw. Position. Ich ließ den Kopter in die Höhe steigen und nach der erst-besten Windböe war das Kopter schon außerhalb meiner Sichtweite. Der Kopter driftete immer weiter ab und konnte ihn nur noch über die Sicht auf dem mobilen Gerät zurück manövrieren. Auch wenn der Kopter nach vorne bewegt wird und man lässt den rechten Steuerhebel wieder los, muss man im A-Modus weiter arbeiten und gegensteuern. Demnach steht der A-Modus für Anfängerkiller-Modus.

Modus P ist der sicherste Modus. Neben der Höhe hält der Kopter per GPS, in geringer Höhe über Ultraschall, die Position.

Modus F steht für Funktion und da steht eine Menge für den Piloten bereit. Dort kann z.B. aus den Funktionen Course-Lock, Home-Lock, Follow-Me,  Point-of-Interest und Waypoints gewählt werden.



The Tablet

Selbstverständlich ist ein Bildschirm eines Smartphone nicht wirklich für den Multikopter-Flug ein Burner. Ein neues Tablet muste her und habe mich auch durch Bewertungen gebrowest. Großen Augenmerk habe ich auf ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis gelegt und habe doch das Unmögliche gefunden. Das Unmögliche hört auf den Namen Nvidia Shield K1. Tatsächlich kostet es nur um die 200 € , wurde ursprünglich vermarktetet als „Gamer“-Tablet und demnach mit einer hohen Leistung bestückt. Mit dem neusten Stock-Android M (nach Update), Lautsprecher auf beiden Tabletseiten, einer Taktung von 4 x 2,2 GHz und microHDMI-Ausgang hat man ein gutes Tablet in der Hand. Der kleine Speicher von 16 GB spielt nur eine Nebenrolle, da  es mit einer weiteren microSD weiter aufgestockt werden kann.

The Package

Ich habe seit einiger Zeit meine Leidenschaft zur Fotografie entdeckt und das eine oder andere Equipment von der Firma MANFROTTO beschafft. Vor allem mit meinem Stativ MT190XPRO3, 3-Wege-Neiger MHXPRO-3W und dem kleinen PIXI-Stativ bin ich absolut zufrieden und ein kleiner MANFROTTO-Fan geworden. Dieses findest Du auch in meiner ausführlichen Foto-Equipement-Liste.

Deswegen greife ich auf den Drohnen-Rucksack Aviator D1 zurück. Nicht nur der Multikopter ist in diesem Rucksack sicher verstaut, sondern auch all das Zubehör und ich finde immer noch im oberen Fach Platz für meine Canon EOS 70D. Ein Stativ kann ich immer noch außen an der Tasche befestigen. Ebenso kann der Multikopter mit montierten Propeller an dem Rucksack mit 3 Schnallen befestigt werden. Ein sehr cooler und funktionaler Rucksack und eine wahre Alternative zu den sehr teuren DJI-Taschen und Rucksäcke.

The Additionals

Als Gadget-Freak musste selbstverständlich auch weiteres Footage für den DJI Phantom 3 geordert werden. Der Anfang machte ein weiterer Akku, damit ich nun doppelt so lange fliegen kann ohne nach Hause zum Aufladen zurück zu marschieren.

Um den Tragekomfort der Fernsteuerung zu erhöhen, habe ich für 9,99 € den originalen DJI Anbee Schulterriemen bestellt. Es war keine schlechte Wahl, denn es ist definitiv besser als ein normales Key-Chain, das sich einfach nur in den Nacken beißt.

Der Standard-Gimbalschutz ist hässlich und unpracktisch. Ich habe Ersatz gefunden und zwar den originalen DJI Linsenschutz der zugleich den Gimbal fixiert.

Bereits montiert sind die schwarzen DJI Carbon Propeller mit den weißen Streifen. Sie sind leichter, besser gewuchtet und stabiler als die Standard-Propeller aus Kunststoff. Der Phantom lässt sich mit den neuen Flügeln besser/agiler steuern und schneidet sich auch leiser durch die Luft.

Das Filter-Set der Firma Neewer ließ ich direkt aus Hong-Kong einfliegen. Eine herrliche Bereicherung noch das Optimum aus den Luftbilder heraus zu holen. In diesem Filter-Set sind Pol-, ND4- und ND8-Filter enthalten.





Indirekt als Zubehör für den Phantom habe ich für Transportzwecke des Tablets Nvidia Shield K1 das originale Case von Nvidia gekauft. Passt optimal und sieht sehr elegant aus. Durch den magnetischen Schließmechanismus wird das Tablet automatisch in den Stand-By-Modus geschickt. Dieses kennen Appleaner an ihrem iPAD bereits.

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